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Masken richtig tragen und reinigen

Wie werden die einzelnen Maskentypen richtig getragen? Welche Maske bietet welchen Schutz? Worauf ist bei welcher Maske besonders zu achten? Übersicht: Welche Maske bietet welche Vorteile?

Es scheint kompliziert. Denn über den Sinn und Unsinn einer allgemeinen Maskenpflicht streiten Politiker und Experten mit großer Hingabe. Noch im März war man sich jedoch auf offizieller Seite einig, dass es für die Bevölkerung überflüssig sei, Masken zu tragen. Die einfachen Stoffmasken schützten nämlich sowieso nicht vor einer Ansteckung durch das neuartige Coronavirus und die mit nachweisbarer Schutzwirkung sollten jedoch den Menschen vorbehalten bleiben, die in direktem Kontakt mit Infizierten stünden – also medizinisches Personal.

Doch dann wendete sich das Blatt. Die bundesweite Maskenpflicht ist nämlich seit Ende April Fakt. Doch, weil an medizinischen Produkten weltweit Mangel herrscht, genügt dem Gesetz auch ein Schal nach Banditenmanier über Mund und Nase gezogen. Laut Robert Koch Institut (RKI) ist daher die Bedeckung von Mund und Nase eine weitere Maßnahme, um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu bremsen – neben Handhygiene, Distanz zu anderen Personen sowie auch Husten und Niesen in die Ellenbeuge.

Den besten Schutz vor Ansteckung bietet jedoch immer noch die gesunde Distanz zu anderen Menschen. Ist diese Distanz nicht einzuhalten gilt deshalb: Eine Maske ist besser als keine Maske. Das heißt: Jede Barriere, die man also zwischen den Schleimhäuten infizierter und gesunder Personen errichtet, behindert die Übertragung der Viren von einem Menschen auf den anderen.

Bei allen Maskentypen gilt allerdings: Sie werden enganliegend über Mund und auch Nase getragen. Ist die Maske jedoch feucht, wird sie anchließend gewechselt. Sie darf zudem nicht zurechtgezupft werden. Und auch, wenn es praktisch erscheint: Natürlich darf eine Maske nicht um den Hals hängend getragen werden.

 

Masken richtig tragen: Welchen Schutz bieten Stoffmasken, Alltagsmasken, Community-Masken?

Menschen, die eine Community-Maske tragen, errichten also eine physikalische Barriere, deren Schutzfunktion im Wesentlichen von der Festigkeit und dichte des Materials aus der sie gewebt sind abhängt. Selbstgenähte Stoffmasken bieten also in gewissem Umfang Schutz vor größeren Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten und Niesen in die Luft gelangen. Darüber hinaus erschweren sie auch den Schleimhautkontakt mit den Händen, was es für die Viren auch schwieriger macht, einen Menschen zu infizieren. Ihre Schutzwirkung ist jedoch geringer als die eines medizinischen Mund-Nase-Schutzes.

Doch der große Vorteil von Alltagsmasken: Sie sind heiß waschbar (60°C) und damit auch mehrfach verwendbar. Je nach verwendetem Stoff sind sie ebenfalls sehr angenehm zu tragen und atmungsaktiv. Sie eignen sich einerseits zum Fremdschutz, werden aber andererseits nicht als medizinischer Mund-Nasen-Schutz normiert oder geprüft. Community-Masken sind daher keine Medizinprodukte. Sie helfen allerdings ein Bewusstsein für die Ansteckungsgefahr zu schaffen. Deshalb leisten sie damit einen wertvollen Beitrag, die Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu bremsen.

Die richtige Benutzung von Community-Masken

  • Die Masken eignen sich ausschließlich für den privaten Gebrauch
  • Der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen muss jedoch auch mit Alltagsmaske eingehalten werden.
  • Vor dem Aufziehen Hände gründlich waschen
  • Beim Aufziehen der Maske die Innenseite nicht berühren – denn sie könnte durch Keime an den Händen verunreinigt werden.
  • Es soll so viel Luft wie möglich durch die Maske gefiltert werden. Dazu müssen Mund und Nase bedeckt sein und die seitlichen Ränder so dicht wie möglich an den Wangen anliegen. Bei Bartträgern ist jedoch genau das problematisch.
  • Ist die Maske feucht, muss sie abgenommen und möglichst bald bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Bis dahin wird sie in einem luftdichten Beutel gelagert – aber nicht zu lange, denn dann kann Schimmel entstehen.
  • Achtung: Möglicherweise befinden sich Krankheitserreger auf der Außenseite der Maske. Deshalb sollte eine getragene Maske nur an den Bügeln berührt werden.
  • Ist die Maske abgesetzt und verstaut, müssen zuletzt noch die Hände gewaschen werden – 30 Sekunden mit Seife.

Community-Masken richtig reinigen

Hygienische Wäsche: Handelsübliches Waschpulver und eine Wäsche bei 60 Grad reicht in der Regel aus, um das Coronavirus in Community-Masken aus Stoff abzutöten. Wie beim Händewaschen zerstört die Seife nämlich die schützende Lipidschicht (Fettschicht) des Virus. Es zerfällt dann in seine Einzelteile und ist daher nicht mehr gefährlich. Eine Wäsche bei 95 Grad ist somit nicht nötig und beschädigt möglicherweise sogar die Maske. Hier ist es deshalb sinnvoll die Herstellerangaben zu beachten. Wichtig: Die Maske muss vor dem nächsten Gebrauch unbedingt völlig durchtrocknen.

 

Masken richtig tragen: Welchen Schutz bietet mehrlagiger medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS)?

 

Wie Community-Masken auch, schützt der medizinische Mund-Nasen-Schutz oder Operationsmaske vor allem die anderen. Ihr Zweck besteht daher darin, im medizinischen Umfeld eine Kontamination von offenen Wunden durch den Atem des Arztes zu verhindern. MNS schützen den Träger somit selbst nicht, weil die Atemluft nicht durch das Vlies eingesogen wird, sondern durch die seitlichen Ränder einströmt. In der Luft schwebende infektiöse Tröpfchen – sogenannte Aerosole – können dennoch eingeatmet werden. Die OP-Masken schützen jedoch aber die bedeckte Mund-Nasen-Partie vor direkten Spritzern und verhindert den Gesichtskontakt mit den Händen.

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz ist ein Medizinprodukt und unterliegt daher dem Medizinproduktrecht. Das heißt also, dass er Normen erfüllen muss und von offiziellen Stellen daraufhin geprüft und zertifiziert wird. Nähere Informationen dazu finden sich auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/gesundheitswesen/medizinprodukte.html

 

Die richtige Benutzung von medizinischem Mund-Nase-Schutz

  • Der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen sollte, wo möglich, auch mit MNS eingehalten werden.
  • Vor dem Aufziehen ebenfalls die Hände gründlich waschen.
  • Außenseite (blau) und Innenseite (weiß) beachten.
  • Die Maske beim Aufziehen nur an den seitlichen Bügeln anfassen, damit die Innenseite nicht versehentlich verunreinigt wird.
  • Metallbügel am oberen Rand so dicht wie möglich an Nase und Gesicht andrücken.
  • Den unteren Rand der Maske über das Kinn ziehen.
  • Die Maske darf jedoch maximal 8 Stunden getragen werden.
  • Ist die Maske feucht, muss sie vorher abgenommen und danach entsorgt werden.
  • Weil sich Krankheitserreger auf der Außenseite der Maske befinden können, sollte die getragene Maske daher beim Absetzen nur an den Bügeln berührt werden.
  • Ist die Maske abgesetzt und entsorgt, ist zuletzt Händewaschen Pflicht – natürlich wieder 30 Sekunden mit Seife.

 

Masken richtig tragen: Welchen Schutz bieten Filtrierende Halbmasken (FFP2 und FFP3)?

 

Filtrierende Halbmasken (FFP) stammen aus dem Bereich des persönlichen Arbeitsschutzes und gehören daher zur persönlichen Schutzausrüstung. Sie haben somit die Aufgabe, den Träger zu schützen – vor Staubpartikeln, vor Tröpfchen und Aerosolen aller Art. Filtrierende Masken schützen in jedem Fall den Träger vor dem neuartigen Coronavirus in der Atemluft – andere Menschen jedoch nicht unbedingt. Es gibt nämlich zwei Varianten: Masken ohne Ausatemventil und auch solche mit Ausatemventil. Masken ohne Ventil filtern sowohl die eingeatmete Luft als auch die Ausatemluft und schützen deshalb Träger und Mitmenschen. Filtrierende Halbmasken mit Atemventil filtern allerdings nur die eingeatmete Luft. Das heißt, sie schützen deshalb nur den Träger, nicht aber die anderen.

FFP-Masken müssten daher als Bestandteil der persönlichen Schutzausrüsting (PSA) sehr strengen Richtlinien genügen, um verkauft werden zu dürfen. Sie werden geprüft und anschließend auch mit dem CE-Kennzeichen ausgezeichnet. Konkret müssen FFP-Masken also die Anforderungen der Norm DIN EN 149:2001-10 erfüllen.

Weitere Informationen zu den Bestimmungen rund um PSA in Deutschland stehen auf der Homepage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Biostoffe/FAQ-PSA/FAQ_node.html

Übersicht: Welche Maske bietet welche Vorteile? 


(Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) )

Maskentyp / Eigenschaften1. „Community-Maske“2. Mund-Nasen-Schutz3. Filtrierende Halbmasken
Abkürzung/SynonymDIY-Maske; Behelfs-Mund-Nasen-MaskeMNS / Operations- (OP)MaskeFFP2 / FFP3-Maske
VerwendungszweckPrivater GebrauchFremdschutzEigenschutz / Arbeitsschutz
Medizinprodukt bzw. SchutzausrüstungNeinJaJa
Testung und Zertifizierung / ZulassungNein

Ja,
Norm DIN EN 14683:2019-6

CE-Zertifikat1

Ja,
Norm DIN EN 149:2001-10

CE-Zertifikat1

Schutzwirkungi.d.R. nicht nachgewiesen;
durch das Tragen können Geschwindigkeit des Atemstroms oder Speichel-/Schleim-Tröpfchenauswurfs reduziert werden und die Masken können auch das Bewusstsein für „social distancing“ sowie gesundheitsbezogenen achtsamen Umgang mit sich und anderen unterstützen
Schutz vor Tröpfchenauswurf des TrägersSchutz des Trägers vor festen und flüssigen Aerosolen

 

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